NILS EICHBERG


Nils Eichberg 01

© Nils Eichberg, Joburg


Nils Eichberg, born 1961 in Kiel, Germany, studied Architecture in Berlin, Germany.

Mr. Eichberg’s pictures are a bit less astonishing – his videos do remain so – , if one knows that he was educated as an architect: They are quite similar to the works of, for example, the artist of “de Stijl” like van Doesburg or Mondrian. However, Mr. Eichberg’s contribution to the discussion whether photograph can or can not be abstract is especially interesting. Mr. Eichberg succeeds to abstract his material, in spite of a still discernible representation, in such a way that only colour and form, which arise from the original picture, are important. One could think that he’s getting quite close to Piet Mondrian and the visualization of the object’s – here the picture’s – inherent order.

Nils Eichberg, 1962 in Kiel, Deutschland, geboren, studierte Architektur in Berlin, Deutschland.

Herrn Eichbergs Bilder sind etwas weniger überraschend – seine Videoarbeiten bleiben es – , wenn man weiß, dass er als Architekt ausgebildet wurde: Sind sie doch den Arbeiten zum Beispiel der „Stijl“-Künstler wie van Doesburg oder Mondrian nicht unähnlich. Besonders interessant ist sein Beitrag aber im Zusammenhang mit der Frage, ob Fotografie abstrakt sein kann oder nicht. Denn Herr Eichberg schafft es, trotz erkennbarer Abbildung, sein Material so zu abstrahieren, dass nur noch die Farben und Formen, die aus demselben entstehen, wichtig sind. Man möchte meinen, dass er sich da sehr Piet Mondrian annähert im Sichtbarmachen einer dem Objekt, hier der Abbildung, innewohnenden Ordnung.


    nils eichberg:   18.11.09 11:27

    es ist lustig, dass ich immer auf piet mondrian angesprochen werde – der hat das gleiche gesucht wie ich, aber auf völlig anderem wege…


    Daniel Bühler:   23.11.09 20:06

    Lieber Herr Eichberg,
    Ihr Kommentar liest sich aber so, als würden Sie dem schon zustimmen, dass Ihre Arbeit Werken Mondrians ähnlich ist!?
    Können Sie beschreiben, was Sie suchen? Das würde mich sehr interessieren!
    Beste Grüße,


    nils eichberg:   07.01.10 13:44

    Hallo Daniel,
    Hier in Afrika duzt sich jeder, ich mache das jetzt auch einfach mal. Mondrian war Anthroposoph, ein grosser Anhaenger der alten russischen Esoterikerin Blasrhky (?) von der auch Rudolf Steiner viel gelernt hat. Mondrian wird faelschlicher weise immr fuer einen Designer gehalten, der sich fuer Proportionen und Farbklaenge interessiert hat. Eigentlich hat sich Mondrian fuer das eigentliche Wesen der Dinge interssiert und hat geglaubt, er kann dem mit Farbe beikommen. Leider hat er das der Farbe aber nicht zugetraut, sonst waere er nicht bei den Grundfarben stecken geblieben. Ich bin ja auch nach der Jagd auf den Kern der Dinge (nicht der Ordnung) und glaube tatsaechlich, das die Farbe eigentliche Substanz der Dinge ist. Es ist sehr leicht, Mondrian zu aehneln, jede Farbflaeche im Quadrat aehnelt Mondrian. Es steoert mich auch nicht, ich mag Mondrian. Ausserdem hilft heutzutage jedes Label der Verbreitung, auch ein falsches… Hab mich sehr ueber dein Interesse gefreut! Ich habe viel zu selten Gelegenheit, ueber Kunst zu sprechen. Alles Gute fuer 2010! ich bin auch direkt unter nilseichberg@web.de zu erreichen.


    Daniel Bühler:   10.01.10 18:59

    Lieber Nils,
    Vielen Dank für die Nachricht!

    Gerne möchte ich hier noch etwas weiter darüber sprechen bzw. schreiben:
    Ich hoffe, ich habe nicht den Eindruck erweckt, dass ich Mondrian für einen Designer halte – was nicht schlechter ist, aber sicherlich ein anderer Ansatz.
    Nichtsdestotrotz muss er sich ja mit Proportionen und Farbklänge auseinandergesetzt haben, einfach weil er sie nutzt.
    Dies widerspricht aber ja auf keinen Fall seiner Intention die Ordnung der Welt oder, wie Du schreibst, das Wesen der Dinge darzustellen.
    - Designer versuchen wohl eher die Welt zu ordnen. -
    Ich möchte Dich hier fragen:
    Was heißt das, ‘die Farbe ist die Substanz der Dinge’?
    Ich kann mir nur schwer etwas darunter vorstellen und wäre Dir dankbar, wenn Du mir beschreiben könntest, was Du damit meinst, bzw. Du darunter verstehst.

    Über Deine Arbeit ‘invisible colors’ sagtest Du, dass sie die ‘unverbrauchte’ Farbe dieses Mondes zeigt.
    Aber ist das nicht ein Trugschluss?
    Der Fotoapparat, das Funksignal, der Rechner, der Printer, alle diese Medien können ja nur die wenigen Farben darstellen, die ihnen ihre Technik vorgibt.
    Es kann also nicht neues, ‘ungesehenes’ entstehen.
    Ist die digitale Fotografie dafür nicht das falsche Medium?
    Und damit auch für die Darstellung der ‘Substanz’ der Dinge, da diese ja dann auf den Spielraum von R 0 G 0 B 0 bis R 225 G 255 B 255 beschränkt wäre!? Vom Farbraum gar nicht zu sprechen…

    Auf Deine Antwort bin ich sehr gespannt!
    Und herzliche Grüße nach Afrika,


    nils eichberg:   27.01.10 16:25

    Hallo Daniel,
    fuer mich ist Farbe etwas lebendiges, eigenes, wie ein tier, oder eine wolke. dieses rot da in der ecke ist gerade ein feuerloescher… schau dir ein altes foto vom hamburger hafen an. dieser gelbe himmel ist etwas ganz eigenes und erzaehlr dir eine ganz eigene geschichte. wieviel rgb 123 darinnen enthalten ist, spielt keine rolle, das sagt garnichts. genau dieses gelb lebt, es freut sich gerade von dir angeschaut zu werden, es existiert nur einmal, genau wie der moment, in dem es angeschaut wird. je laenger die postkarte in einem antiquariat vor sich hingestaubt hat, desto groesser ist die freude eben dieses gelbs. wenn du nun einen farbkruemel von der oberflaeche des jupitermondes japetus zu gesicht bekommst, dann ist das eine unglaubliche begegnung. das waren millionen von jahren, die dieser farbklecks gewartet hat, um jetzt gesehen zu werden. fotografie ist in diesem fall dazu da, diesen moment herbei zu fuehren, wir koennen unsere augen zumindest in diesem sonnensystem kuenstlich verlaengern. ob diese fotografie dann digital ist oder nicht, spielt keine rolle.
    so empfinde ich das, ich glaube, das deine einwaende logisch richtig sind, aber ich verliere mehr und mehr mein vertrauen in logik und ethik, wahr und unwahr, richtig oder falsch….
    gruesse aus afrika, nils